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Geschrieben von Sebastian Fehr

Cochlea Implantat

Ein Cochlea Implantat (CI) wird in der Regel dann empfohlen, wenn das Sprachverstehen mit dem Hörgerät nicht mehr ausreicht. Dabei ist die Hörkurve laut Tonaudiogramm nicht das ausschlagende Kriterium, sondern viel mehr der Freiburger Wörtertest (Sprachaudiogramm). Erzielt man hier mit Hörgerät Werte unter 40%, ist ein Cochlea Implantat ratsam.

Was bedeutet ein Ergebnis unter 40%? Im Prinzip heißt es, dass die vorhandenen Strukturen in der Hörschnecke nicht mehr ausreichen, um ein akzeptables Sprachverständnis zu erreichen. Deshalb sollte man sich hier von der Technik helfen lassen.

Wie funktioniert nun ein CI? Einfach erklärt wird ein CI Anhand nachfolgendem Video:

 

Ein Cochlea Implantat besteht also wie gesehen aus zwei Teilen: Einen äußeren und einem inneren Teil.

Der äußere Teil besteht aus Mikrophon (1), Sprachprozessor (2) und Magnetspule (3): Das Mikrophon (1) nimmt das Signal auf und der Sprachprozessor (2) wandelt die aufgenommenen akustischen Signale in elektrische Impulse um. Die Magnetspule (3) hat die Aufgabe, diese Impulse an den inneren Teil des Cochlea Implantates weiterzuleiten: Dem Implantat (4).

Das Implantat (4) besteht aus einer Kupferdrahtspule, welche die elektrischen Signale aufnimmt und dann an die Elektroden (5) abliefert. Die Elektroden (5) stimulieren dann schlussendlich die Hörschnecke (Cochlea). Diese Stimulation löst beim Hörnerv Reize aus, welche ins Gehirn transportiert werden und dort zu einer Hörwahrnehmung führen.

Im Gegensatz zur Hörgeräteversorgung muss man sich also für das CI einer rund einstündigen Routineoperation unterziehen. Bei dieser OP wird das Implantat oberhalb des Ohres eingesetzt und die Elektroden über einen Zugang in die Hörschnecke eingeführt.

Dies ist deshalb notwendig, weil die vorhandenen Strukturen in der Hörschnecke für ein Verarbeiten von akustischen Signalen auch trotz Hörgerät nicht mehr ausreichen. Deswegen wird der natürliche und mechanische Weg über das Mittelohr umgangen und die elektrische Impulse werden direkt in die Cochlea hineingeleitet.

Die Operation ist in der Regel schmerz- und komplikationsfrei, der Klinikaufenthalt variiert von Standort zu Standort zwischen 3 – 5 Tage. Nach der Operation sind umfangreiche Rehabilitationsmaßnahmen notwendig, um sich und sein Gehirn an den neuen Signaleingang zu gewöhnen