fehrhoert
Geschrieben von Sebastian Fehr

Hörminderung

Von einer Hörminderung spricht man also - wie im Kapitel „Ohren“ besprochen - wenn es beim Weg der Schallwellen in Richtung Hörnerv eines oder mehrere Probleme gibt. Dies beeinflusst meist die Hörleistung.

Dabei ist entscheidend, wo sich das Problem befindet:

Findet man das Problem bei Ohrmuschel, Gehörgang, dem Trommelfell oder den Gehörknöchelchen, dann spricht man von einer „Schallleitungsschwerhörigkeit“. Das bedeutet, dass die Schallwellen nicht korrekt oder unzureichend ans Innenohr abgegeben werden:

Tritt das Problem in der Hörschnecke auf, spricht man von einer „Schallempfindungsschwerhörigkeit“. Das bedeutet, dass das Schallsignal zwar im Innenohr ankommt. Dort kann es aber von den mikroskopisch kleinen Härchen in der Cochelar nicht korrekt verarbeitet oder unzureichend weitergeleitet werden.

Last but not least: Von einer neuralen Hörstörung spricht man, wenn beim Hörnerv oder im zentralen akustischen Verarbeitungszentrum im Gehirn was nicht stimmt.

Generell kann man sagen: Je tiefer das Problem sitzt, desto schwieriger ist der Ausgleich der Hörminderung. Während man die Probleme im Außen- und Mittelohr heutzutage schon relativ gut beheben kann, wird es komplizierter, sobald das Innenohr (Hörschnecke, Hörnerv) ins Spiel kommt und zwar aus folgendem simplen Grund:

Das Innenohr (zB.: Hörschnecke) ist sehr tief im Kopf eingebettet und da kann man nicht einfach „reinschneiden und reparieren“. Der Kopf ist kein Automotor, bei welchen man einen defekten Zylinder einfach ausbaut, repariert und wieder einsetzt. Vielleicht ist dies in vielen, vielen Jahren mal möglich aber in den nächsten 5 Dekaden wohl kaum. Eine Innenohrschädigung ist derzeit noch  irreperabel wird heutzutage mit einem Hörgerät oder Cochlea Implantat therapiert.

Die schlechtesten Karten hat man, wenn man an einer neuralen Hörstörung leidet. Diese Hörminderung ist aber auch am wenigsten verbreitet. Heutzutage gibt es zwar sogenannte Hirnstamm-Implantate. Diese aber noch relativ junge Technik reicht aber noch nicht aus, um Betroffenen das Sprachverstehen wieder zu ermöglichen.