fehrhoert
Geschrieben von Sebastian Fehr

Von nix kommt nix!?

Viele Menschen, die in ihrem Leben schonmal auf etwas hingearbeitet haben, kennen den Spruch:„Von nix kommt nix!“

Vor allem in der Schule, aber auch von meinen Eltern bekam ich diese Phrase oft zu hören. In erster Linie soll diese Weißheit wohl motivieren, um an seine Grenzen zu gehen und durch Fleiß ein Ziel zu erreichen, was eine gute Sache ist. Auch Hörgeschädigte, welche hoffentlich großteils eine Hörrehabilitation (ambulatn oder stationär) unter professioneller Anleitung durchführen, arbeiten auf ein Ziel hin: Nämlich besser zu hören.

Auch ich nahm mir deswegen oben genannten Spruch als Hörgeschädigter zu Herzen, setzte mir hohe Ziele und absolvierte Hörtrainings, was das Zeug hielt. Wenn ich schon auf eine Hörhilfe angewisen war, wollte ich wenigstens mit meinem Hörsystem/CI top Ergebnisse liefern. Ich übte oft wie ein Besessener mit CD's, Telefon, Softwareprogrammen usw., doch meine Hör- und Silbentests wollten nicht besser werden. Daher war ich anfangs niedergeschlagen und sehr traurig, als die Hörerfolge ausblieben.

Erst als ich mich an einen meiner ersten Texte aus meiner Jugend zurück erinnerte, den ich aufschrieb, weil ich meine Lehrer & Eltern davon überzeugen wollte, dass der Spruch „Von nix kommt nix!“ nichts taugt und ich daher eine ausgedehnte Lernpause verdient hätte, konnte ich ein etwas lockere Einstellung gewinnen. Ich bemerkte, dass Ruhephasen für das Gehör mindestens genauso wichtig sind, wie die anstrengenden Trainings.

Ich will euch nun den Text nicht vorenthalten, darf aber gleich vorrausschicken: Bei meinen Eltern/Lehrern bin ich damit kläglich gescheitert, ich konnte sie damit dazumal nicht von einer ausgedehnten Lernpause überzeugen. Der Text ist im Tiroler Dialekt entstanden und ich hab ihn für die LeserInnen aus Deutschland weiter unten übersetzt:

 

vu nix kimmt nix...

 

...aber vu viel kimmt a nit imma alles;

 

vun abissl kimmt manchmal was und manchmal nit;

des hoaßt wenn alles manchmal nix und abissl manchmal viel und manchmal nix ist, dann ist nix manchmal alles aber manchmal a nix.

Also manchmal ist viel nix abissl was und manchmal abissl nix nix oder abissl was. Nix ist nit immer nix und viel ist nit immer alles.

 

Richtig müsste der Spruch daher lauten:

 

Vu nix abissl viel kimmt manchmal abissl alles nix.

 

(ÜERSETZUNG:)

 

Von nichts kommt nichts...

 

...aber von viel kommt auch nicht alles;

 

von ein bisschen kommt manchmal was und manchmal auch nichts;

das heißt wenn alles manchmal nichts und ein bisschen manchmal viel und manchmal nichts ist, dann ist nichts manchmal alles aber auch manchmal nichts.

Also manchmal ist viel nichts ein bisschen was und manchmal ein bisschen nichts nichts oder ein bisschen was.

Nichts ist nicht immer nichts und viel ist nicht immer alles.

 

Richtig müsste der Spruch daher lauten:

 

Von nichts ein bisschen viel kommt manchmal ein bisschen alles nichts.

 

Ob der Gedankengang genial oder schlicht krank ist, darüber sind sich meine bisherigen Feedback-Geber nicht einig. Ich freu mich aber, wenn ihr mir in der Kommentarfunktion mitteilt, wie ihr darüber denkt.

Euer Sebastian