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Geschrieben von Sebastian Fehr

Zur Nationalratswahl am 15. Oktober

Die Nationalratswahl in Österreich steht am Sonntag vor der Tür. Lange hab ich überlegt, ob in meinem Blog Platz für politische Themen sein soll. Denn was hat Politik mit Hörschädigung zu tun? Auf den ersten Blick wie es scheint nicht viel. Aber bei genaueren Betrachten erkennt man: Es sind die Politikerinnen und Politiker, welche Gesetzvorschläge und deren Änderungen im Nationalrat beschließen. Deswegen ist es sehr wichtig, auch als hörgeschädigter Mensch vom seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Denn jede Stimme zählt gleich viel und zur Abwechslung mal ist wirklich jeder Mensch gleichviel „wert“ – ein Umstand der in anderen Bereichen (Pflege, medizinische Versorgung, Judikatur uvm.) leider nicht mehr wirklich gilt, denn dort hat der Kapitalismus schon deutliche Spuren hinterlassen.

 

Gleich vorweg: Ich will den Wahlkampf gar nicht zu sehr thematisieren, das machen eh schon andere Medien bis zum Anschlag. Viel mehr möchte ich die Gelegenheit nutzen um darauf zu plädieren, sich bei dieser Wahl für eine Partei oder ein Konzept zu entscheiden. Denn eine „Verhinderungswahl“ – also zu wählen um etwas zu verhindern – bringt nur Unzufriedenheit. Bei teilweise mehr als 10 möglichen Optionen, welche auf dem Wahlzettel stehen, sollte für jeder/m am Sonntag ein ansprechendes Angebot dabei sein.

 

Wie auch bei der Auswahl der richtigen Cochlea Implantat Marke gilt auch für die Nationalratswahl als Schlüssel zum Erfolg: Information. Eines meiner Lieblingszitate ist „Wer nichts weiß, muss alles glauben!“. Das trifft den Nagel auf dem Kopf. Die Personen auf den aussichtsreichsten Listenpositionen werden bei TV-Konfrontationen, Interviews und der gleichen immer das sagen, was die Wählerinnen und Wähler ihrer Zielgruppe hören wollen, unabhängig von Umsetzbarkeit und Realismus. Kein Wunder auch: Es geht für die Wahlwerberinnen und Wahlwerber natürlich auch um enorm viel Geld und um die eigene Zukunft.

 

Wer also auf der Suche nach Fakten ist – fern vom Sein und Schein in den Medien – muss sich also wohl oder übel intensiv mit der Materie befassen. Man muss selbst die Parteien und deren (Wahlkampf-)Finanzierung durchleuchten, die Wahlprogramme differenziert lesen, sich mit dem Abstimmverhalten der Parteien im Nationalrat in der Vergangenheit beschäftigen und gleichzeitig darf man sich nicht von möglicherweise frisierten Statistiken auf Social Media blenden lassen – ein aufwändiges und schwieriges Unterfangen, aber meiner Meinung nach die Verpflichtung eines jeden pflichtbewussten Staatsbürgers. Ich wähle nicht den oder die, welche/r am lautesten schreit und die meisten „Likes“ generiert. Ich wähle nicht den oder die, welche/r am besten angezogen ist und bei meinen Großeltern am besten ankommt. Ich wähle auch nicht, weil ich jemande/n verhindern will. Ich kann mich nämlich mit einer „Verhinderungswahl“ nicht identifizieren und eine Unzufriedenheit über diese Wahl wäre nur eine Frage der Zeit. Deswegen hab ich auch den Stichwahlgang bei der letzten Bundespräsidentenwahl ausgelassen: Weil meine Wahl in der ersten Runde ausgeschieden ist.

 

Ich wähle nach Inhalt, ich wähle nach Sachthemen. Ich wähle, weil ich mir Verbesserung für die Menschen erhoffe. Ich wähle, weil Reformen notwendig sind und leider in den letzten Jahren zu viel gestritten wurde und es auch zu viele Skandale gegeben hat, die für Österreich sehr teuer waren. Gelder, die man dringend in Bereiche wie Bildung oder Pflege stecken müsste. Gelder, die bei finanziell- und sozialbedürftigen Menschen ankommen sollten, wie z.B. eben Behinderten, Mindestpensionisten, Alleinerziehende, Arbeitslose, Menschen mit positiven Asylbescheid, usw. und nicht bei einzelnen, privilegierten Interessengruppen. Es wird Zeit, den Menschen wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Und wer das auch will, hat am 15. Oktober – aber auch bei den folgenden Gemeinderats- und Landtagswahlterminen die Möglichkeit dazu, dementsprechend abzustimmen!

 In diesem Sinne wünsche ich euch ein schönes Wahlwochenende.

 Sebastian Fehr