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Geschrieben von Sebastian Fehr

Kommunikation in Corona-Zeiten und die Maskenpflicht

Ja, auch an mir geht der Corona-Virus nicht spurlos vorbei, sowohl beruflich als auch privat. Zwar hat mich der Virus noch verschont (klopfe dreimal gegen den Tisch, dass es so bleibt) aber es scheint als gäbe es kaum mehr ein anderes Thema. Egal wo man sich bewegt: Corona da, Corona hier, Corona überall. Ich möchte jetzt gar nicht darüber schreiben, was ich von der momentanen Situation halte und wer „alles richtig“ gemacht hat und wer nicht. Über die Politik und die EU spare ich mir lieber jede Wortmeldung, da müsste ich zu weit ausholen.

Was mir jedoch privat und beruflich schon sehr auf den Zeiger geht, ist die sogenannte Maskenpflicht. Zunächst mal vorweg: Mich diskriminiert die Mund-Nasen-Maske. Ich kann das Mundbild nicht mehr sehen, die Stimme wird gedämpft und dadurch wird die Kommunikation mit Mitmenschen, die ohnehin mit CI und allen anderen Formen von Schwerhörigkeit schon hart genug ist, nochmal erschwert. Ich kann ja die Argumentation pro Maske ja irgendwo nachvollziehen, allerdings müsste man den Leuten dann auch klarmachen, wie man das Ding richtig benützt. Mir begegnen so oft Menschen, bei denen die Maske zwar den Mund bedeckt, die Nase jedoch nicht. Und dann ist das Ding mehr oder weniger wirkungslos. Und dabei handelt es sich nicht um normale Passanten, oder dergleichen: Selbst das Klinik- und Pflegepersonal, die Polizeistreife, der Zugkontrolleur, der Taxifahrer – alles Personen des öffentlichen Lebens, welche normal als Vorbilder wirken sollten – verwenden den Mundschutz falsch und da frag ich mich echt: Was zum Teufel soll das dann bringen, außer einer gewissen „psychologischen Wirkung“ die ich gar nicht abstreiten will. Aber wenn die Maske falsch verwendet wird – wie sicher 60% aller Menschen es derzeit machen – dann liegt der Nutzen bei 0 und man gefährdet sich selbst und die Umwelt auch noch:

Dazu einige Netzfunde diesbezüglich:

 

https://www.diepresse.com/5759899/atemschutzmaske-kann-gesundheit-gefahrden

 

https://www.derstandard.at/story/2000116906841/die-groessten-fehler-beim-maskentragen

 

Jedoch kann man natürlich auch in die andere Richtung argumentieren. Fakt ist jedoch, dass der Nutzen der Mund-Nasen-Masken in Fachkreisen höchst umstritten ist. Die meisten Studien von Experten laufen auf die Kernaussage raus: „Im Zweifelsfall verwenden, denn schaden tut es nicht!“. Dass es jedoch einen Personengruppe gibt, die darunter schon leiden könnte – nämlich Menschen mit einer Hörbehinderung – kommt den Typen nicht in den Sinn. Mich geht das einfach an, dass die Politik hergeht und auf Teufel-komm-raus Masken bestellt (in Tirol wurden sogar nicht zertifizierte Masken bestellt, wie ein Blogger aufgedeckt hat) ohne daran zu denken, dass es vielleicht eine Personengruppe gibt, für die eine andere Lösung notwendig ist. Ich rede hier natürlich von Masken mit Sichtfenster oder Schutzbrillen, welche ironischerweise in der Gastronomie mittlerweile häufig anzutreffen sind, aber sich im Gesundheitsbereich oder bei Behörden überhaupt nicht durchgesetzt haben und auch erst ab Anfang Juni vereinzelt aufgetaucht sind.

 

Dazu eine Anekdote: Ich hatte neulich eine Polizeikontrolle mit dem KFZ (vielleicht schreib ich darüber noch einen Blog, das war echt eine paradoxe Situation) im Freien. Ich habe die Beamtinnen (in diesem Fall 2 Frauen) mehrmals freundlich darauf hingewiesen, dass ich kaum was verstehe, wenn Sie denn Mundschutz nicht abmachen. Sie wiederum dachten, dass ich sie verarsche – es war mir zu müßig mit den beiden darüber zu diskutieren, dass ein Mund-Nasen-Schutz im Freien völlig wirkungslos ist. Oder im Zug: Der Kontrolleur fordert mich mehrmals auf, das sich meinen Fahrausweis zeigen soll. Erst beim dritten Mal konnte ich ihn verstehen. Daraufhin meinte er, dass ich ein „unhöflicher Flegel“ sei. Ich mein, mir persönlich machen solche Dinge nichts aus, aber solche Situationen wäre einfach vermeidbar, wenn man in solchen Krisensituationen auch an Randgruppen wie Menschen mit Hörbehinderungen denkt, welche immerhin gut 25% der österreichischen Bevölkerung ausmacht (lt. bestätigten Zahlen vom HNO Kongress 2018).

 

Ich mein ich sage ja nichts, dass man Mitte März die Maskenpflicht eingeführt hat (Umsetzung jedoch fraglich: Supermärkte werden ausgestattet, Pflegepersonal und Co. nicht?!?) – da waren wir alle mit der Situation überfordert und man musste schnell reagieren (auch wenn man damals schon an hörgeschädigte Menschen hätte denken können). Aber wenn ich dann solchen Bullshit lese, dass die Politik gegen die weitere Ausbreitung der Pandemie eine flächendeckende Maskenpflicht einführt, wo jedoch klar gesagt wird, dass die Maske keine Auswirkungen auf die Pandemiekurve hat (selbst die AGES sagt das):

 

https://www.vienna.at/vor-moeglicher-ausweitung-der-maskenpflicht-diskusion-um-sinnhaftigkeit-entbrannt/6684330

 

dann frag ich mich: Was haben wir bisher von der Pandemie gelernt? Und wie lange werden von den Behörden immer noch Masken ohne Sichtfenster usw. bestellt und eingesetzt und somit eine nicht unwesentliche Personengruppe in Österreich diskriminiert? Ich kann nur sagen: Liebe Verantwortungsträger & Wissenschaftler, lasst euch doch bitte was Besseres einfallen und bitte berücksichtigt in euren Entscheidungen alle Menschen.

 

Zum Abschluss: Ich wünsche euch alle viel Gesundheit in dieser komischen Zeit und hoffe euch erwischt der Virus nicht bevor es ein Medikament gibt. Tragt die Maske im Supermarkt, in Öffentlichen Verkehrsmittel – wenns geht richtig und mit Sichtfenster. Alles andere ist Augenauswischerei und ich hoffe, das wird auch bald öffentlich so kommuniziert.