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Geschrieben von Sebastian Fehr

Einmalige Chance für Menschen mit Hörschädigung: Landeskrankenhaus Natters

Im Frühjahr hat ein Thema die Schlageilen dominiert: Nämlich das Landeskrankenhaus Natters. Nach teilweise hitzigen Diskussionen und Auseinandersetzungen über diverse Medien durch verschiedene sozialpolitische Akteure stand zunächst eine Schließung im Raum. Von dieser wurde aber nun Abstand genommen: Der Standort bleibt vorerst, aber die Zukunft des LKH Natters ist noch offen: Etwaige Möglichkeiten und Chancen sowie kostesenkende Maßnahmen sollen von Experten evaluiert werden und eine Entscheidung darüber soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Nach O-Ton von LR Tilg lt. Presseberichte gilt: Qualität vor Geschwindigkeit.

Dabei würde die Lösung der Problematik auf der Hand liegen, wie ich in meinem Brief an den Herrn Landesrat bereits mitgeteilt habe:

Sehr geehrter Herr Landesrat Mag. Tilg,

den Medien habe ich vor Kurzem entnommen, dass das Landeskrankenhaus Natters geschlossen und in eine Reha- bzw. Pflegeeinrichtung umgewandelt werden soll. Vor allem ersteres ist objektiv gesehen eine exzellente Idee, denn ganz Österreich wartet schon seit Jahren auf die erste stationäre Reha-Einrichtung für Menschen mit Hörschädigung:

  • 22% der ÖsterreicherInnen sind von einer Hörschädigung betroffen, Tendenz weiter steigend (Quelle: Österreichischer HNO Kongress 2018, Bregenz)
  • bisher müssen Menschen, welche Anrecht auf eine stationäre Rehabilitation nach einer Hörschädigung haben, teuer nach Deutschland geschickt werden, weil es in Österreich keine Möglichkeit für eine stationäre Rehabilitation nach einer Hörschädigung gibt (z.B. Bad Grönenbach, Bad Nauheim)
  • Nach Operationen am Bewegungsapparat oder Organen wird man üblicherweise in eine der über 80 stationäre Rehabilitationszentren in Österreich geschickt, wovon jedoch keine Einrichtung eine Abteilung für Hörschädigung anbietet.
  • Wir haben in Österreich– speziell in Innsbruck – genügend „Know-How“, um eine Rehabilitationseinrichtung für Hörschädigungen zu betreiben: Siehe HSS & HNO der Universitätsklink Innsbruck
  • weitere Vorteile: Hauptsitz der Fa. Medel (Cochlea Implantat-Versorgung) in Innsbruck, sowie weitere zahlreicher namhafter Akustiker (Hansaton, Neuroth, Gaertner, uvm)

Im Conclusio wäre der Großraum Innsbruck prädestiniert dafür, den ersten Reha-Standort für Hörgeschädigte in Österreich zu eröffnen. Die Sinnhaftigkeit einer solchen Einrichtung steht für Experten im Bereich Hörmedizin außer Frage. Die Vorteile, welche das Land & der Bund dabei hätte:

  • Gelder für Rehabilitationsaufwendung bleiben in Österreich
  • Sicherung und Schaffung neuer Arbeitsplätze
  • Kostengünstige und sinnvolle Nachnützung der Ressourcen des LKH Natters
  • „Reha-Tourismus“
  • Sehr großer Bedarf: Ca. 800 Cochlea Implantationen Österreichweit, zahlreiche Mittelohrimplantate, sehr viele Hörsturzpatienten und diese müssten durch Reha-Standort in Natters nicht mehr ins Ausland geschickt werden.
  • Dadurch würde endlich ein verstärktes Bewusstsein in der Bevölkerung geschafft werden (Stichwort Prävention)
  • Verbindung Rehabilitation mit Forschung im Bereich HNO möglich – auch für Firmen (Akustiker, Cochlea Implantat Firmen) interessant
  • uvm..

Es gibt dazu zahlreiche Studien und Fachartikel, welche meine Aussagen in diesem E-Mail belegen, gerne bin ich bereit diese Fakten nachzureichen, auch in einem persönlichen Termin. Auch die Universitätsklinik Innsbruck (Abt. HSS & HNO) kann diesbezüglich mit entsprechenden Studien aufwarten. Da ich als ehrenamtliches Mitglied des Tiroler Monitoring-Ausschusses im Verhältnis zu den in dieser Sache agierenden Personen ein kleiner Wurm bin, weiß ich natürlich, dass meine E-Mail keine große Wirkung in dieser Sache erzielen wird. Dennoch hab ich versucht, möglichst kurz und prägnant diese aus meiner Sicht einmalige Chance für das Land Tirol zu beschreiben und Ihnen darzustellen.

Mit freundlichen Grüßen, Sebastian Fehr

 

Die Antwort von Herrn Til zu meinem Schreiben könnt ihr in der Anlage als PDF.File nachlesen

 

 

 

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